| Die Wellingtonia an der Altdorfer Bahnhofstrasse | ||
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Am Freitag, 17. Januar 2003 wurde in Altdorf
an der Bahnhofstrasse eine der zwei Wellingtonien gefällt. Die Realklasse
8a durfte zuschauen und daraus erfolgte folgender Text. Schüler Roland Gasser
liess die Welingtonia berichten. Wenn man meinen wohlklingenden Namen hört, muss man wissen, dass ich ein Nadelbaum bin, vereinzelt bis 4000 Jahre alt sein kann und einige meiner Kolleginnen den Höhenwahn bekamen und bis 100 Meter hoch wurden. Der Name Wellingtonia ist noch zweimal zu hören: Arthur Wellington, 1769 bis 1852 war ein englischer Feldherr und kämpfte gegen Napoleon. Wellington ist aber auch die Hauptstadt von Neuseeland. Eigentlich heisse ich Mammutbaum. Die Leute nennen mich aber seit Wellington Wellingtonia. Meine Heimat ist Nordamerika und normalerweise bin ich 60 bis 90 Meter hoch und 3 bis 8 Meter dick. In der Schweiz trifft man mich hie und da in Parkanlagen. Ich persönlich bin vor ca. 100 Jahren da an der Bahnhofstrasse in Altdorf zusammen mit meiner Schwester gepflanzt worden und wir gediehen anfänglich prächtig. Meiner südlich gelegenen Schwester geht es heute noch sehr gut. Die dorfseits gelegene Zypresse, die dritte im Bunde, wurde von der Efeupflanze befallen und litt sehr darunter. Sie wurde nur ca 10 Meter hoch und sieht aus, als ob sie magersüchtig wäre. Heute wird sie das gleiche Schicksal erleiden wie ich. Auch sie wird getötet. Zurück zu mir. Die Samen für viele meiner Verwandten brachte der Eidgenössische Oberförster Dr. Johann Coaz aus Amerika hieher nach Altdorf. Wahrscheinlich war es ein Geschenk. Leider hat mich vor Jahren ein Pilz befallen. Dieser Kerl plagte mich so sehr, dass ich eines Tages meine prächtige Baumspitze hergeben musste. Ich wehrte mich gegen diesen Eindringling, bildete eine neue Krone, aber meine Krankheit erwies sich als unheilbar. Die Menschen um mich hatten Angst, dass meine schweren Glieder (Äste) auf sie herunterfallen würden. Also beschloss man nach drei Gutachten von Fachleuten, mich zu fällen. Dies fiel nicht leicht. Heute Mittag kamen in orange bekleideten Männer, sogenannte Forstwarte, mit Kettensägen und schweren Geräten, ja sogar mit einem Pneukran daher. Sie stammen aus den Kantonen Zürich und Aargau. Ein Spezialist wurde zusammen mit seiner riesigen Kettensäge hochgehievt, und dann ging es los. Äste wurden entfernt, mein Stamm mit eisernen Ketten gewürgt und anschliessend von oben her in Stücke zersägt. Oh, tat das weh! Ohne Rücksicht auf mein Alter und meinem eigentlich noch schönem Aussehen wurde ich so zum Tode verurteilt und abtransportiert, und dies wegen dem Schmarotzer namens Feuerschwamm. Die Bahnhofstrasse wurde an diesem Nachmittag abgesperrt und ich stand, später lag ich da, unbeholfen, zerstückt und tot am Boden. Nur einige ältere Zuschauer und eine Klasse waren Zeugen dieser Tragödie. |
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